Keine Angst vor der Pubertät!

Keine Angst vor der Pubertät. Das ist leichter gesagt als getan. Schließlich verbinden viele Eltern ihre eigene Pubertät mit der ihres Kindes.

Obwohl in der Mutter-Kind Klinik Schwedeneck nur Kinder im Alter bis 12 Jahre aufgenommen werden, erzählen Mütter immer wieder, dass sie sich viele Gedanken darüber machen, wie es in der Pubertät werden soll und teilweise schon Angst davor haben. Auch in der Schwerpunktkur „Positive Erziehung“ wurde immer wieder der Wunsch geäußert, dass das Thema Pubertät besprochen wird. Daraufhin hat die psychologische Abteilung der Klink Schwedeneck eine Sonderveranstaltung zum Thema Pubertät entwickelt, die während der Ferienzeiten, wenn Mütter mit den eher größeren Kindern in der Mutter-Kind Klinik sind, angeboten wird. Es handelt sich um einen Vortrag mit der Möglichkeit zum Austausch.

Pubertät – eine Zeit der Veränderung

Woran denken Sie, wenn Sie das Wort „Pubertät“ hören? An Ihre Kinder? Oder vielleicht an Ihre eigene Jugendzeit, den Übergang von der Kindheit in das Erwachsenenalter? Erinnern Sie sich noch, wie es Ihnen damals ging? Wie Gefühle und Gedanken mit völlig neuer Intensität anrollten? Wie begeistert, engagiert Sie in dem einen Moment waren – und wie genervt, gelangweilt vielleicht im anderen? Was hat Ihnen damals gutgetan? Welche Menschen waren für Sie wichtig, eine Bereicherung und Unterstützung? Was hätten Sie sich als Jugendliche von Ihren eigenen Eltern gewünscht?

Im Rahmen der Mutter-Kind-Kur gibt es viele Möglichkeiten, den eigenen Alltag mit ein bisschen Abstand zu betrachten. Statt den Blick gleich auf Probleme und Schwierigkeiten zu richten, schauen Sie doch erst einmal auf die positiven Seiten (die oft viel mehr sind, als im ersten Moment gedacht): Was klappt in unserer Familie gut? Was gefällt uns aneinander? Was haben wir schon alles zusammen geschafft? Oft bringt die Kur die Erkenntnis: bei anderen läuft es ähnlich! Das beruhigt. Viel gelassener können wir uns fragen: Was möchte ich verändern?

Pubertät ist eine Zeit der Veränderung, die Kinder werden zu Erwachsenen, der Blick aufeinander und das Verhältnis zueinander verändert sich. Hormone haben einen erstaunlichen Einfluss auf Gefühle und Verhalten. Auch das Gehirn der Jugendlichen wird umgebaut und Prioritäten verändern sich. Bei Eltern und Kindern schwingen Unsicherheiten, Ängste oder Sorgen mit. Aber muss die Pubertät schwierig sein? In der Mehrheit der Familien verläuft diese Phase weitgehend unproblematisch. Dabei spielt auch die eigene Erwartung eine Rolle. Wenn ich die Jugendzeit als eine Zeit der Schwierigkeiten ansehe, wird es voraussichtlich schwierig werden. Umgekehrt heißt es nicht, dass es keine Probleme, Herausforderungen oder Konflikte geben wird. Aber die Zuversicht, auch diese wieder gut zu meistern, hilft allen Beteiligten. In Zeiten der Veränderung tut der gelassene Blick gut – wir schaffen das!

Dann ist und bleibt die Familie wichtig als Hafen und Grundlage des Erwachsenwerdens. Und diese Basis trägt. Alle Beteiligten können sich fragen: Was ist wirklich wichtig? Wofür stehen wir als Familie? Was sind unsere Gemeinsamkeiten? Vielleicht streiten wir viel – das ist anstrengend, aber es heißt auch, wir sind uns wichtig, wir sind uns nah, wir reden miteinander. Vielleicht machen wir uns Vorwürfe, d. h. aber auch, dass wir uns einander anvertrauen, uns gegenseitig zeigen, was uns beschäftigt. Wenn die Art der Gespräche, der Ton des Gesagten uns nicht guttut, können wir vielleicht daran arbeiten, uns bei Bedarf auch Hilfe holen. Wichtig ist, dass wir es versuchen und erst zufrieden sind, wenn es allen gut geht! Dann werden wir auch diese Zeit gut überstehen.