Selbstfürsorge in unserer Klinik

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In unserer Klinik Schwedeneck schaffen wir für Mütter mit ihren Kindern im Rahmen ihrer Mutter & Kind-Kur ein ganz persönliches Umfeld für ihre Genesung. Denn hier bei uns werden ausschließlich Mütter mit ihren Kindern aufgenommen und vom weiblichen Therapeutenteam betreut – von Frauen für Frauen.
 
Gerade Frauen sind in ihrem Leben viel damit beschäftigt, für andere zu sorgen - zuallererst sind da die Kinder, dann möchten wir aber auch noch eine gute Partnerin sein, eine gute Tochter oder Schwiegertochter, eine gute Arbeitnehmerin, Freundin …
 
Der Blick bleibt nach außen, auf die Bedürfnisse der anderen gerichtet. Das ist eine Weile für die anderen schön - aber wenn unsere Bedürfnisse immer ignoriert werden, weil die der anderen wichtiger sind, wird unsere Energie immer weniger. Dann kann es sein, dass wir immer gereizter werden, keine Geduld oder Freude mehr haben mit den Menschen, die uns eigentlich am wichtigsten sind, oder vielleicht immer wieder alle Infekte „mitnehmen“, die so im Umlauf sind. Dann kommt es dazu, dass wir nur noch funktionieren, aber nicht mehr wirklich gut für die anderen da sind. Und dann ist es irgendwann auch für die anderen nicht mehr schön.

Aus dieser Falle können wir uns befreien, wenn wir wieder anfangen, gut für uns selbst zu sorgen.
Ein erster Schritt wäre, uns zu fragen, ob wir eigentlich die Grundbedürfnisse unseres Körpers erfüllen: Schlafen wir genug? Essen wir regelmäßig? Oder vergessen wir das Essen den ganzen Tag und schlagen uns dann abends den Bauch voll, so dass wir dann wieder nicht gut schlafen können? Wie sieht es mit dem Trinken aus?
 
Der nächste Schritt wäre, sich zu fragen: „Weiß ich eigentlich, was mir gut tut? Was meine Energiequellen sind?“ Manchmal ist da nur ein großes Fragezeichen, weil es schon so lange her ist, dass wir uns diese Frage gestellt haben.

Da hilft vielleicht die Erinnerung: Was habe ich denn zum Ausgleich gemacht, als ich noch keine Kinder hatte? Hatte ich mehr Bewegung in meinem Leben, habe ich mich viel mit anderen Menschen getroffen? Habe ich mehr Zeiten gehabt, in denen ich mit mir alleine sein konnte, um zur Ruhe zu kommen? Habe ich gemalt? Gesungen? Getanzt? Genäht? Mich öfter mal in die Badewanne gelegt? Zeit an der frischen Luft verbracht? Gartenarbeit gemacht? Mir ab uns zu mal eine Massage oder eine Kosmetikbehandlung gegönnt? Bin ich ins Kino gegangen? Gewandert? Spazieren gegangen? Mädelsabende gemacht?
Oder vielleicht hilft die Frage: „Welche Sehnsucht habe ich jetzt, in dieser Lebenssituation?“
Oder die Frage: „Was machen denn die anderen Frauen in meiner Umgebung zum Ausgleich, die so wirken, als wären sie zufriedener als ich?“

Wenn dann ein paar Ideen gekommen sind, was mir helfen könnte, neue Energie zu tanken, geht es ans Ausprobieren. Ob mir etwas wirklich gut tut, kann ich nur merken, wenn ich es ein paar Mal probiere und mich hinterher frage, wie es mir damit gegangen ist. Vielleicht habe ich ein schönes Körpergefühl? Oder ein seelisches Zufriedenheitsgefühl? Oder mehr Freude an den Kindern? Oder mehr Geduld oder Spaß mit den Kindern? Oder ich merke, dass ich hinterher eher wacher bin und mehr Energie habe, obwohl ich vielleicht anstrengenden Sport gemacht habe? Vielleicht muss ich verschiedene Dinge ausprobieren, bevor ich das finde, was mir wirklich gut tut und in mein Leben passt.
 
Wenn ich dann merke, dass ich nicht mehr nur funktioniere, sondern wieder auch mit dem Herzen dabei sein kann, dann kann ich auch mein schlechtes Gewissen, dass ich etwas für mich tue, mit der Zeit lindern mit der Einsicht:
Wenn ich etwas für mich tue, tue ich indirekt auch etwas für die Anderen.
  
Viel Spaß beim Ausprobieren!