Aufhören zu Rauchen?

Heutzutage gilt als modern, wer einen gesunden Lebensstil pflegt, Sport treibt, gesund und massvoll isst. Rauchen gehört ganz sicher nicht dazu.

Inbesondere Mütter und Väter stehen unter dem Verdacht, ihre Kinder durch das Rauchen zu schädigen und würden oft gern aufhören. Leider ist es nicht so einfach, das auch durchzuhalten.

Was kann man tun?
Zuerst gilt es, die Motivation zu klären. Für viele besteht das vor allem darin, die Nachteile des Rauchens zu beleuchten, allen voran die 3 „G“: Gesundheit, Geld, Geruch. Informationen über die Nachteile des Rauchens sind den  meisten Rauchern gut bekannt – nicht zuletzt durch die Gruselfotos auf Tabakverpackungen. Machen Sie sich klar, was für Sie der wichtigste Grund ist, aufzuhören.

Aber die Rechnung ist nicht abgeschlossen, wenn Sie sich als Raucher/in nicht auch die Vorteile des Rauchens vor Augen führen, zum Beispiel Geselligkeit, die Möglichkeit für eine kleine Atempausen oder zum Aggressionsabbau. Es gibt oft gute Gründe dafür zu rauchen, sonst würden Sie es nicht tun.

Gibt es andere Möglichkeiten zur Stressbewältigung, für Geselligkeit, für kleine Atempausen? Führen Sie doch mal eine Nichtraucherpause ein!
Ist es vielleicht sinnvoll, bestimmte Rituale zu verändern, um die Verlockungen zu reduzieren?

Ein Entzug ist viel erfolgreicher, wenn vor dem Rauchstopp Verhaltens-Alternativen entwickelt werden. Sonst gibt man eine bisher erfolgreiche - wenn auch nicht sehr gesunde Strategie - ersatzlos auf. Und das droht schnell zu scheitern.
Also ist es besser, vorher über Ersatzstrategien nachzudenken: Vielleicht ist es auch erst mal klüger, kleine Zwischenziele zu setzen.
Wer einen kleinen Schritt geschafft hat, ist motiviert für den nächsten!
Solche Zwischenziele könnten zum Beispiel sein, nur noch draußen zu rauchen, weniger zu rauchen oder nur noch zu selbst-bestimmten Zeitpunkten im Tagesablauf rauchen.
Ärztliche Unterstützung kann hilfreich sein, grade wenn es bei starken Rauchern/-innen um die Frage nach Nikotinersatz geht.

Und wenn Sie es geschafft haben: Seien Sie stolz auf sich, belohnen Sie sich! Häufen Sie z. B. für jede nicht gekaufte Schachtel Zigaretten die Euromünzen auf einen Stapel und gönnen Sie sich etwas Schönes davon.
Sport kann beim Entzug sehr hilfreich sein, auch um das befürchtete Mehr an Gewicht zu kontrollieren. Sorgen sie für Unterstützung durch ihre Mitmenschen.

Es ist sehr wichtig, sich realistisch auf mögliche Rückfälle vorzubereiten. Diese kommen einfach vor. Statt der Selbstabwertung („Ich hab's mal wieder nicht geschafft, am besten ich probier's gar nicht mehr“) könnte man auch konstatieren, was man schon geschafft hat („Ich hab's eine Weile durchgehalten, nächstes Mal klappt es bestimmt besser!“). Neu vorbereiten, guten Zeitpunkt suchen, wieder versuchen! Irgendwann klappt es.

"Vor dem Rauchstopp gilt es, die Funktion des Rauchens durch andere Verhaltensweisen zu ersetzen. Wenn man lernt, sich anders zu entspannen als mit einer Zigarette, wird der Rauchstopp oder die Reduktion erheblich leichter fallen. Durch Entspannungstechniken, Verhaltensalternativen oder Rituale wird das psychische und körperliche Wohlbefinden gefördert und man hält die Verhaltensänderung besser durch.", so Juliane Sackmann, ärztliche Leitung der Klinik Schwedeneck.